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Mobilfunk Generationen

Vom handvermittelten Autotelefon bis zum Gigabit-Netz: Die Entwicklung des Mobilfunks wird in Generationen eingeteilt, abgekürzt mit „G“.

Handys aus verschiedenen Mobilfunk-Generationen

Vom handvermittelten Autotelefon bis zum Gigabit-Netz: Die Entwicklung des Mobilfunks wird in Generationen eingeteilt, abgekürzt mit „G“. Jede Generation steht für einen großen technischen Sprung – von analog zu digital, von Sprache zu Daten, von Daten zum vernetzten Alltag. Hier findest du alle Generationen von 1G bis 5G mit ihren Netzen in Deutschland und einen Ausblick auf 6G.

Alle Generationen im Überblick

Generation Netze / Standards in Deutschland Zeitraum typische Datenrate (maximal)
1G A-, B- und C-Netz (analog) 1958–2000 keine Daten, nur Sprache
2G GSM: D-Netze, E-Netze seit 1992, Abschaltung 2028 9,6 kbit/s
2,5G / 2,75G GPRS, EDGE ab 2001 bzw. 2006 55 bzw. 220 kbit/s
3G UMTS, HSPA 2004–2021 384 kbit/s, mit HSPA+ bis 42 Mbit/s
4G LTE, LTE-Advanced seit 2010 anfangs 100 Mbit/s, heute über 1 Gbit/s
5G 5G NSA, 5G SA, 5G-Advanced seit 2019 mehrere Gbit/s
6G in Entwicklung ab etwa 2030 noch offen

1G: das analoge Zeitalter

Das erste öffentliche Mobilfunknetz in Deutschland war das A-Netz, das die Bundespost 1958 startete. Jedes Gespräch vermittelte eine Telefonistin von Hand, die Geräte wogen rund 16 Kilogramm und steckten fest eingebaut im Kofferraum. 1972 folgte das B-Netz mit Selbstwahl – wer anrufen wollte, musste allerdings wissen, in welchem Funkbereich sich der Teilnehmer gerade befand. Das A-Netz lief bis 1977, das B-Netz bis 1994.

Das C-Netz startete 1985 und brachte die ersten tragbaren Geräte. Es übertrug die Sprache noch analog, nutzte aber digitale Steuersignale und konnte Gespräche erstmals automatisch von Funkzelle zu Funkzelle weiterreichen. Es wurde Ende 2000 abgeschaltet.

2G: digital mit GSM

Mit dem europäischen Standard GSM (Global System for Mobile Communications) wurde der Mobilfunk digital. 1992 starteten die Telekom mit D1 und Mannesmann mit D2 (heute Vodafone), 1994 folgte E-Plus mit E1 und 1998 Viag Interkom (heute O2) mit E2. GSM brachte die SIM-Karte, die SMS und Roaming ins Ausland. Handys wie das Nokia 1011 oder später das Nokia 3210 machten Mobiltelefone zum Massenprodukt.

2,5G und 2,75G: Daten im GSM-Netz

Mit GPRS (General Packet Radio Service) wurden Daten ab 2001 paketweise übertragen – abgerechnet nach Menge statt nach Minuten. EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) steigerte das Tempo ab 2006 auf bis zu 220 kbit/s; im Handy steht dafür bis heute das „E“.

GSM läuft noch als Rückfallebene. Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz am 30. Juni 2028 ab, Vodafone im September 2028, O2 in der zweiten Jahreshälfte 2028.

3G: UMTS bringt das mobile Internet

2000 versteigerte der Bund die UMTS-Lizenzen für 98,8 Milliarden D-Mark. Ab 2004 lief das Netz kommerziell, mit HSDPA und HSPA+ (3,5G) stieg das Tempo auf bis zu 42 Mbit/s. 3G machte Smartphones wie das iPhone 3G alltagstauglich. In Deutschland ist UMTS seit Ende 2021 abgeschaltet.

4G: LTE

LTE (Long Term Evolution) startete in Deutschland Ende 2010, zunächst zur Versorgung ländlicher Regionen ohne DSL. Streng genommen erfüllte erst LTE-Advanced alle Anforderungen der Internationalen Fernmeldeunion an 4G, weshalb das ursprüngliche LTE teils als 3,9G bezeichnet wurde. LTE war der erste reine Datenstandard: Telefonate laufen als VoLTE (Voice over LTE) über das Internetprotokoll. Heute erreicht LTE nahezu die gesamte Bevölkerung und bleibt das Rückgrat der Versorgung.

5G: die aktuelle Generation

Die 5G-Frequenzauktion 2019 brachte rund 6,6 Milliarden Euro. Noch im selben Jahr schalteten Vodafone und die Telekom ihre ersten 5G-Stationen ein. Genutzt werden vor allem zwei Frequenzbereiche: 3,6 GHz für hohe Kapazität in Städten und 700 MHz für große Reichweite auf dem Land und in Gebäuden. Hinzu kommen umgewidmete frühere LTE- und UMTS-Frequenzen. Ende 2023 ist 1&1 als vierter Netzbetreiber mit einem eigenen 5G-Netz gestartet; wo es noch fehlt, nutzen 1&1-Kunden das Vodafone-Netz.

5G NSA und 5G SA

Die ersten 5G-Netze liefen als Non-Standalone (NSA): Das 5G-Funknetz hängt dabei am Kernnetz von LTE, das die Verbindung steuert. Das ging schnell, nutzte aber nur einen Teil der Möglichkeiten. Bei 5G Standalone (SA) hat 5G ein eigenes Kernnetz. Das senkt die Latenz, spart Akku im Handy und ermöglicht Network Slicing: Das Netz wird in virtuelle Teilnetze mit garantierten Eigenschaften aufgeteilt, etwa für Rundfunk-Kameras bei Großveranstaltungen, Industrieanlagen oder Rettungsdienste. Vodafone startete 2021 als erster Anbieter in Europa ein 5G-SA-Netz, inzwischen setzen alle großen Betreiber in Deutschland 5G SA ein.

5G-Advanced

Mit dem Standard 3GPP Release 18 beginnt seit 2024 die Ausbaustufe 5G-Advanced, oft 5,5G genannt. Sie bringt mehr künstliche Intelligenz zur Steuerung des Netzes, eine genauere Ortung, sparsameren Betrieb der Sendestationen und bessere Unterstützung für Datenbrillen und vernetzte Maschinen.

So nutzt du 5G

  1. Du brauchst ein 5G-fähiges Smartphone – das sind fast alle Modelle seit etwa 2021.
  2. Dein Tarif muss 5G enthalten. Bei Telekom, Vodafone und O2 ist das in den meisten aktuellen Tarifen der Fall, bei Discountern teils nur gegen Aufpreis.
  3. Stelle in den Einstellungen unter Mobilfunk bzw. Mobile Netzwerke die bevorzugte Netzart auf „5G“ oder „5G/4G/3G/2G automatisch“.
  4. Prüfe auf der Netzkarte deines Anbieters, ob dein Wohnort versorgt ist.

Ausblick: 6G

Die Arbeit an der sechsten Generation läuft bereits. Das Standardisierungsgremium 3GPP hat den Zeitplan festgelegt: Die 6G-Spezifikation soll mit Release 21 bis März 2029 fertig sein, erste kommerzielle Netze werden um 2030 erwartet. Im Fokus stehen:

  • KI als Grundbaustein: Das Netz soll sich weitgehend selbst steuern und optimieren.
  • Netz als Sensor: Funkwellen sollen nicht nur Daten übertragen, sondern auch Bewegungen und Objekte erkennen, etwa für Verkehrssteuerung oder Drohnenüberwachung (Joint Communication and Sensing).
  • Satelliten: Satelliten- und Bodennetze sollen zusammenwachsen, damit auch Funklöcher auf See, in den Bergen oder auf dem Land versorgt sind.
  • Neue Frequenzen: vor allem im Bereich zwischen etwa 7 und 15 GHz, der mehr Kapazität als heutige Bereiche bietet und trotzdem noch akzeptable Reichweiten hat.

Was die Symbole in der Statusleiste bedeuten

Oben am Bildschirm zeigt dein Handy an, mit welcher Generation es gerade verbunden ist:

  • E oder G: 2G mit EDGE bzw. GPRS – reicht für Telefonate und Textnachrichten, Webseiten laden sehr langsam.
  • 3G, H, H+: UMTS und HSPA. In Deutschland nicht mehr zu sehen, im Ausland teils noch.
  • 4G oder LTE: das normale Netz für Surfen, Streaming und Telefonate per VoLTE.
  • 4G+ oder LTE+: LTE-Advanced, bei dem mehrere Frequenzen gebündelt werden.
  • 5G: Verbindung mit einem 5G-Netz. Bei manchen Handys erscheint zusätzlich „5G+“, „5G UC“ oder „5G SA“ für besonders schnelle Frequenzen oder Standalone-Betrieb.

Zeigt dein Handy dauerhaft ein niedrigeres Symbol als erwartet, prüfe zuerst die bevorzugte Netzart in den Einstellungen und ob dein Tarif die schnellere Generation enthält. Oft hilft auch ein kurzer Wechsel in den Flugmodus, damit sich das Handy neu ins Netz einbucht.

Häufige Fragen

Wofür steht das „G“?

Für „Generation“. 4G ist also die vierte Generation des Mobilfunks.

Ist 5G gesundheitsschädlich?

Nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz gibt es bei Einhaltung der Grenzwerte keine belegten Gesundheitsgefahren. 5G nutzt ähnliche Frequenzen wie frühere Generationen und WLAN.

Welche Netze gibt es heute noch in Deutschland?

2G (bis 2028), 4G und 5G. Das 3G-Netz ist seit Ende 2021 abgeschaltet.

Wann kommt 6G?

Die Spezifikation soll bis 2029 fertig sein, erste Netze und Smartphones werden um 2030 erwartet.

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