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eSIM einrichten: So klappt es auf iPhone, Android und beim Handywechsel

Eine eSIM ist ein fest verbauter Chip im Handy, die sogenannte eUICC. Statt eine Plastikkarte einzulegen, lädst du ein digitales Mobilfunkprofil deines Anbieters auf diesen Chip.

Eine eSIM ist ein fest verbauter Chip im Handy, die sogenannte eUICC. Statt eine Plastikkarte einzulegen, lädst du ein digitales Mobilfunkprofil deines Anbieters auf diesen Chip. Das Profil enthält dieselben Daten wie eine klassische SIM-Karte: deine Rufnummer, die Zugangsdaten zum Netz und deinen Tarif.

Der Vorteil zeigt sich vor allem beim Handywechsel und auf Reisen. Du musst keine Karte mehr zuschneiden, keinen SIM-Stift suchen und nicht auf Post warten. Auf einem Gerät lassen sich mehrere eSIM-Profile speichern, von denen meist zwei gleichzeitig aktiv sein können. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du die eSIM auf iPhone und Android einrichtest und wie du sie auf ein neues Handy mitnimmst.

Was du vor dem Start brauchst

  • Ein eSIM-fähiges Gerät: iPhone ab XS und XR, Google Pixel ab Pixel 3, Samsung Galaxy S ab S20 sowie die meisten neueren Mittelklasse-Modelle. Im Zweifel hilft das Datenblatt des Herstellers.
  • Ein Handy ohne Simlock: Ist das Gerät an einen Anbieter gebunden, nimmt es fremde Profile nicht an. Wie du einen Simlock erkennst und entfernst, liest du in unserem Ratgeber.
  • Eine stabile WLAN-Verbindung: Das Profil wird aus dem Internet geladen. Ohne Netz bleibt die Einrichtung hängen.
  • Den QR-Code oder Aktivierungscode: Den bekommst du von deinem Anbieter per Brief, per E-Mail oder in der Kundenkonto-App.
  • Deine EID: Das ist die Seriennummer des eSIM-Chips. Manche Anbieter fragen danach. Du findest sie, wenn du *#06# in die Telefon-App tippst, oder in den Geräteinfos.

Wichtig: Ein QR-Code lässt sich in der Regel nur einmal verwenden. Löschst du das Profil später versehentlich, brauchst du einen neuen Code vom Anbieter. Heb den Code deshalb nicht als Screenshot auf dem Handy auf, das du gerade einrichtest, sondern auf einem zweiten Gerät oder ausgedruckt.

eSIM auf dem iPhone einrichten

  1. Öffne Einstellungen > Mobilfunk.
  2. Tippe auf eSIM hinzufügen (bei älteren iOS-Versionen „Mobilfunktarif hinzufügen“).
  3. Wähle QR-Code verwenden und scanne den Code deines Anbieters. Alternativ gibst du die Aktivierungsdaten über „Details manuell eingeben“ ein.
  4. Vergib ein Etikett, zum Beispiel „Privat“ oder „Dienst“. Das hilft, wenn du zwei Nummern nutzt.
  5. Lege fest, welche Nummer für Anrufe, SMS und mobile Daten Standard sein soll.
  6. Prüfe unter Einstellungen > Apps > Nachrichten und FaceTime, ob iMessage und FaceTime die richtige Nummer verwenden.

Einige Anbieter unterstützen die sogenannte eSIM-Schnellaktivierung: Nach dem Kauf erscheint in den Einstellungen direkt der Hinweis „Mobilfunktarif bereit zur Installation“. Dann brauchst du gar keinen QR-Code.

Beim iPhone Air gibt es übrigens keinen SIM-Kartenschacht mehr, es funktioniert weltweit nur mit eSIM. Das iPhone 17 und die Pro-Modelle haben in Deutschland dagegen weiterhin einen Nano-SIM-Slot, du kannst also Karte und eSIM kombinieren.

eSIM auf Android einrichten

Die Menüs heißen je nach Hersteller etwas anders. Der Ablauf ist aber überall gleich: Profil hinzufügen, Code scannen, Standard festlegen.

Google Pixel

  1. Öffne Einstellungen > Netzwerk & Internet > SIMs.
  2. Tippe auf SIM hinzufügen und dann auf eSIM herunterladen.
  3. Scanne den QR-Code oder gib den Aktivierungscode ein.
  4. Vergib einen Namen und wähle, welche SIM für Daten, Anrufe und SMS Standard ist.

Samsung Galaxy

  1. Öffne Einstellungen > Verbindungen > SIM-Manager.
  2. Tippe auf eSIM hinzufügen.
  3. Wähle QR-Code scannen oder gib den Code manuell ein.
  4. Lege im SIM-Manager unter „Bevorzugte SIM-Karte“ fest, welche Nummer du für Anrufe, SMS und Daten nutzt.

Bei Xiaomi, Motorola und anderen Herstellern findest du die Funktion meist unter „SIM-Karten und Mobilfunknetze“ oder „Mobilfunknetz“. Wer mit zwei Nummern arbeitet, sollte auch unseren Artikel über Dual-SIM-Handys lesen.

eSIM beim Handywechsel mitnehmen

Hier liegt der größte Unterschied zur klassischen Karte: Du kannst die eSIM nicht einfach herausnehmen. Stattdessen wird das Profil auf das neue Gerät übertragen oder neu ausgestellt. Dafür gibt es drei Wege.

Weg 1: Direkte Übertragung zwischen zwei Geräten

Von iPhone zu iPhone klappt das bei den großen Netzbetreibern meist direkt: Beim Einrichten des neuen iPhones oder später unter Einstellungen > Mobilfunk > eSIM hinzufügen > Von iPhone in der Nähe übertragen. Beide Geräte müssen nah beieinanderliegen, entsperrt sein und Bluetooth aktiviert haben. Auf dem alten iPhone bestätigst du die Übertragung mit einem Code.

Unter Android funktioniert die Übertragung ab Android 14 auf vielen Pixel- und Samsung-Geräten. Samsung nennt die Funktion im SIM-Manager „eSIM übertragen“. Ob es klappt, hängt davon ab, ob dein Anbieter den Transfer freigeschaltet hat. Die Telekom erlaubt inzwischen sogar den Wechsel zwischen iPhone und ausgewählten Android-Geräten, andere Netzbetreiber folgen nach und nach.

Weg 2: Neues Profil über die Anbieter-App

Telekom, Vodafone und O2 bieten in ihren Apps (MeinMagenta, MeinVodafone, Mein O2) einen eSIM-Tausch an. Du meldest dich an, wählst „SIM-Karte tauschen“ oder „eSIM auf neues Gerät“ und erhältst einen neuen QR-Code. Viele Discount-Marken haben ähnliche Funktionen im Kundenbereich. Ob dafür eine Gebühr anfällt, steht in der Preisliste deines Tarifs.

Weg 3: Hotline oder Shop

Klappen die ersten beiden Wege nicht, stellt dir der Kundenservice oder ein Shop ein neues Profil aus. Rechne mit einer Identitätsprüfung, zum Beispiel per Kundenkennwort oder Ausweis.

Reihenfolge beim Wechsel

  1. Lege ein Backup des alten Handys an (iCloud, Google-Konto oder Smart Switch).
  2. Richte das neue Handy ein und übertrage dabei die eSIM.
  3. Prüfe mit einem Testanruf und mobilen Daten, ob alles funktioniert.
  4. Erst jetzt löschst du das alte Gerät. Das eSIM-Profil darauf ist nach einer Übertragung ohnehin deaktiviert.

Nutzt du eine Zwei-Faktor-Anmeldung per SMS, etwa beim Onlinebanking, stell vorher sicher, dass du die SMS auf dem neuen Gerät empfangen kannst.

Von der SIM-Karte zur eSIM wechseln

Nutzt du noch eine Plastikkarte, kannst du auf eSIM umsteigen, ohne das Handy zu wechseln. Beim iPhone geht das bei vielen Anbietern direkt unter Einstellungen > Mobilfunk > In eSIM umwandeln. Bei Android beantragst du den Wechsel meist in der App deines Anbieters. Danach wird die alte Karte gesperrt. Welche Kartengrößen es früher gab und warum sie immer kleiner wurden, zeigt unser SIM-Karten-Größenvergleich.

Typische Probleme und Lösungen

  • „Mobilfunktarif kann nicht hinzugefügt werden“: Meist ist der QR-Code schon verbraucht oder das Gerät hat einen Simlock. Frag beim Anbieter einen neuen Code an.
  • Kein Netz nach der Einrichtung: Starte das Handy neu und prüfe, ob die eSIM in den Einstellungen eingeschaltet ist. Bei Dual-SIM muss auch die richtige Leitung für mobile Daten gewählt sein.
  • Download bricht ab: Wechsle in ein anderes WLAN. Firmennetze und öffentliche Hotspots blockieren manchmal die nötigen Server.
  • Handy wurde zurückgesetzt: Beim Zurücksetzen fragen iPhone und Android, ob die eSIM behalten oder gelöscht werden soll. Wähle „behalten“, wenn du das Gerät weiter nutzt.

eSIM auf Reisen

Außerhalb der EU wird Roaming schnell teuer. Mit einer Reise-eSIM kaufst du vor Abflug ein Datenpaket für dein Zielland und installierst es zusätzlich zu deiner Hauptnummer. Deine deutsche Nummer bleibt für Anrufe und SMS erreichbar, die Daten laufen über das günstige Reiseprofil. Achte darauf, bei der Hauptnummer das Datenroaming auszuschalten, damit nicht aus Versehen beide Leitungen Daten verbrauchen.

Häufige Fragen

Kann ich eine eSIM in zwei Handys gleichzeitig nutzen?

Nein. Ein eSIM-Profil ist immer an genau ein Gerät gebunden. Für eine Smartwatch mit eigener Mobilfunkverbindung bieten die Netzbetreiber MultiSIM-Optionen an, die ein zweites Profil mit derselben Nummer ausgeben.

Was passiert mit der eSIM, wenn das Handy kaputtgeht?

Das Profil lässt sich dann nicht mehr übertragen. Du bekommst über die App oder die Hotline deines Anbieters ein neues Profil und richtest es auf dem Ersatzgerät ein.

Ist eine eSIM sicherer als eine SIM-Karte?

Ein Dieb kann sie nicht einfach herausnehmen und in ein anderes Gerät stecken. Das Handy bleibt dadurch länger im Netz und lässt sich leichter orten.

Wie viele eSIM-Profile passen auf ein Handy?

iPhones speichern acht oder mehr Profile, viele Android-Geräte fünf bis zehn. Gleichzeitig aktiv sind meist zwei Leitungen.