„Speicher fast voll“: Die Meldung kommt immer im falschen Moment, meist dann, wenn du gerade ein Video aufnehmen oder ein Update installieren willst. Ein volles Handy wird außerdem langsamer, weil das System keinen Platz mehr für Zwischenspeicher und Updates hat. Als Faustregel gilt: Halte mindestens zehn Prozent des Speichers frei.
Hier liest du, wo du nachschaust, was den Platz frisst, und welche Maßnahmen am meisten bringen, sortiert nach Wirkung.
Schritt 1: Nachsehen, was den Speicher belegt
Bevor du wahllos Apps löschst, verschaff dir einen Überblick:
- iPhone: Einstellungen > Allgemein > iPhone-Speicher. Oben siehst du einen Balken mit Kategorien, darunter alle Apps nach Größe sortiert, dazu Empfehlungen zum Aufräumen.
- Google Pixel und viele Android-Geräte: Einstellungen > Speicher. Dort erscheinen Apps, Bilder, Videos, Audio, Dokumente und Systemdaten getrennt.
- Samsung Galaxy: Einstellungen > Akku und Gerätewartung > Speicher (bei neueren Versionen auch direkt „Gerätewartung“).
In den meisten Fällen stecken die größten Brocken in drei Bereichen: Fotos und Videos, Messenger-Medien und einzelne große Apps wie Spiele oder Streaming-Apps mit Offline-Inhalten.
Schritt 2: Fotos und Videos auslagern
Videos in 4K belegen pro Minute mehrere hundert Megabyte. Hier lässt sich am meisten gewinnen.
Cloud mit Speicheroptimierung
- iPhone: Aktiviere unter Einstellungen > [dein Name] > iCloud > Fotos die Option iPhone-Speicher optimieren. Die Originale liegen dann in iCloud, auf dem Gerät bleiben platzsparende Vorschauen. Kostenlos gibt es 5 GB, für große Mediatheken brauchst du ein iCloud+-Abo.
- Android: In Google Fotos tippst du auf dein Profilbild und dann auf Speicherplatz auf dem Gerät freigeben. Die App löscht alle Fotos vom Handy, die bereits sicher gesichert sind. Das Google-Konto bietet 15 GB, geteilt mit Gmail und Drive.
Auf den Computer oder eine Festplatte
Wer keine Cloud nutzen will, verbindet das Handy per USB-C-Kabel mit dem Computer und kopiert den Ordner DCIM. Beim iPhone geht das unter Windows über die App „Fotos“, am Mac über „Fotos“ oder „Digitale Bilder“. Prüfe nach dem Kopieren, ob alles angekommen ist, bevor du auf dem Handy löschst.
Zuletzt gelöscht leeren
Gelöschte Fotos bleiben auf iPhone und Android noch etwa 30 Tage im Papierkorb und belegen weiter Platz. Leere den Ordner Zuletzt gelöscht beziehungsweise den Papierkorb in Google Fotos, nachdem du aufgeräumt hast.
Tipp für die Zukunft: Stelle in der Kamera-App die Videoauflösung auf 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde, wenn du nicht gezielt in 4K filmen willst. Auf dem iPhone spart außerdem das Format „Hohe Effizienz“ (HEIF/HEVC) etwa die Hälfte an Platz gegenüber JPEG.
Schritt 3: WhatsApp und andere Messenger aufräumen
Gruppenchats mit Videos, Sprachnachrichten und Stickern wachsen unbemerkt auf mehrere Gigabyte.
- Öffne in WhatsApp Einstellungen > Speicher und Daten > Speicher verwalten.
- Oben siehst du Dateien, die größer als 5 MB sind, und oft weitergeleitete Medien. Markiere und lösche sie gezielt.
- Darunter sind die Chats nach Größe sortiert. Öffne die größten und lösche alte Videos.
- Schalte unter Speicher und Daten den automatischen Medien-Download für mobile Daten und WLAN ab oder beschränke ihn auf Fotos.
- Deaktiviere bei iPhone-Nutzern in WhatsApp unter Chats „In Fotos sichern“, damit nicht jedes Gruppenbild zusätzlich in deiner Galerie landet.
Bei der Nachrichten-App des iPhones kannst du unter Einstellungen > Apps > Nachrichten > Nachrichten behalten „30 Tage“ oder „1 Jahr“ statt „Immer“ wählen. Telegram bietet unter „Daten und Speicher > Speichernutzung“ eine Option, den Cache automatisch nach einer festgelegten Zeit zu leeren.
Schritt 4: Apps auslagern oder löschen
- iPhone – Apps auslagern: Unter Einstellungen > Allgemein > iPhone-Speicher kannst du einzelne Apps „auslagern“. Die App verschwindet, deine Daten bleiben erhalten. Beim nächsten Antippen lädt sie sich neu. Mit „Nicht verwendete Apps auslagern“ passiert das automatisch.
- Android – Archivieren: Viele Geräte bieten eine ähnliche Funktion. Im Play Store findest du sie unter Einstellungen > Allgemein > Apps automatisch archivieren.
- Offline-Inhalte prüfen: Spotify, Netflix, Google Maps und Podcast-Apps speichern Downloads. Lösche Folgen und Playlists, die du nicht mehr brauchst.
- Spiele: Große Spiele belegen schnell mehrere Gigabyte. Was du seit Monaten nicht gespielt hast, kann weg. Spielstände liegen meist im Konto oder in der Cloud.
Schritt 5: Cache und Downloads leeren
Unter Android kannst du den Zwischenspeicher einzelner Apps löschen: Einstellungen > Apps > [App] > Speicher und Cache > Cache leeren. Das bringt vor allem bei Browsern, Social-Media- und Streaming-Apps etwas. Die App Files by Google schlägt unter „Bereinigen“ zusätzlich doppelte Dateien, große Dateien und alte Downloads vor.
Auf dem iPhone gibt es keinen zentralen Cache-Schalter. Bei Safari löschst du Verlauf und Websitedaten unter Einstellungen > Apps > Safari > Verlauf und Websitedaten löschen. Bei Apps, deren „Dokumente und Daten“ stark angewachsen sind, hilft oft nur Löschen und Neuinstallieren.
Schau außerdem in den Ordner Downloads in der Dateien-App. Dort sammeln sich PDFs, Installationsdateien und Anhänge. Was du nicht mehr brauchst, löschst du direkt dort, ohne eine App öffnen zu müssen.
Platzfresser, an die kaum jemand denkt
- Sprachmemos: Lange Aufnahmen von Vorlesungen oder Besprechungen belegen schnell ein Gigabyte. Danach auch den Ordner „Zuletzt gelöscht“ in der App leeren.
- Offline-Karten: In Google Maps unter Profilbild > Offlinekarten alte Regionen löschen.
- Podcasts und Hörbücher: In den Einstellungen der App das automatische Löschen gehörter Folgen einschalten.
- Musik-Downloads: Bei Spotify unter Einstellungen > Speicher, bei Apple Music unter Einstellungen > Apps > Musik > Speicher optimieren.
- Mail-Anhänge: Die Mail-App speichert Anhänge lokal. Das Entfernen und erneute Hinzufügen des Postfachs löscht diesen Zwischenspeicher.
- Screenshots und Bildschirmaufnahmen: Beide Systeme sammeln sie in einem eigenen Album. Dort liegen oft Hunderte überflüssige Bilder.
Systemdaten und „Sonstiges“
Ein großer Posten „Systemdaten“ auf dem iPhone oder „System“ bei Android lässt sich nicht direkt löschen. Er enthält Protokolle, Caches und temporäre Dateien. Ein Neustart schafft oft schon ein paar Gigabyte frei. Wird der Bereich dauerhaft sehr groß, hilft als letzte Maßnahme ein Backup, das Zurücksetzen des Geräts und die Wiederherstellung.
Gerätespeicher oder Cloud-Speicher voll?
Die Meldung „iCloud-Speicher voll“ betrifft nicht dein iPhone, sondern deinen Online-Speicher bei Apple. Dein Gerät kann noch reichlich Platz haben. Häufigster Grund sind Backups alter Geräte, die nie gelöscht wurden. Du findest sie unter Einstellungen > [dein Name] > iCloud > Speicher verwalten > Backups.
Bei Google teilen sich Gmail, Drive und Google Fotos 15 GB. Die Übersicht findest du unter one.google.com/storage. Große Mails spürst du in Gmail mit der Suche larger:10M auf. Ist der Google-Speicher voll, kannst du keine E-Mails mehr empfangen, das solltest du also nicht ignorieren.
Mehr Speicher dauerhaft
Manche Android-Handys haben noch einen Steckplatz für microSD-Karten. Dort kannst du Fotos, Musik und Videos ablegen. Achte auf eine schnelle Karte mit der Kennzeichnung A1 oder A2 und U3. Beim Neukauf gilt: 128 GB sind heute das Minimum, wer viel filmt, fährt mit 256 GB besser. Der Aufpreis ist beim Kauf meist günstiger als ein Cloud-Abo über mehrere Jahre. Weitere Tipps rund ums System findest du in unseren Android-Tipps und Tricks.
Häufige Fragen
Macht ein voller Speicher das Handy langsam?
Ja. Ist der Speicher fast voll, fehlt Platz für Zwischenspeicher und die interne Speicherverwaltung. Apps starten langsamer, und Updates lassen sich nicht installieren.
Gehen beim Cache-Leeren Daten verloren?
Nein. Der Cache enthält nur Zwischendaten, die die App bei Bedarf neu lädt. Anders ist es bei „Daten löschen“ oder „Speicher löschen“: Das setzt die App zurück.
Wie viel freien Speicher sollte ich haben?
Mindestens zehn Prozent, für große System-Updates besser fünf bis zehn Gigabyte.
Bringen Speicher-Cleaner-Apps etwas?
Kaum. Die Bordmittel von iOS, Android und Files by Google reichen aus. Viele Cleaner-Apps zeigen vor allem Werbung und verlangen weitreichende Berechtigungen.