Android ist das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem der Welt. Es stammt von Google, läuft aber auf Geräten Hunderter Hersteller – vom Einsteiger-Handy für unter 100 Euro bis zum faltbaren Oberklasse-Smartphone. Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet „Androide“, also menschenähnlicher Roboter; daher auch das grüne Roboter-Maskottchen.
Was ist Android?
Android ist ein Betriebssystem auf Basis des Linux-Kernels. Der Kernel kümmert sich um Treiber, Speicher und Prozesse, darüber liegen die Laufzeitumgebung für Apps und die Programmierschnittstellen für Entwickler.
Der Kern von Android ist quelloffen und wird als Android Open Source Project (AOSP) unter der Apache-Lizenz 2.0 veröffentlicht. Jeder Hersteller darf den Code nutzen und verändern. Die bekannten Google-Apps gehören aber nicht dazu: Play Store, Gmail, Google Maps, YouTube und die Google-Suche sind im Paket Google Mobile Services (GMS) gebündelt. Wer sie vorinstallieren will, braucht eine Lizenz von Google und muss dessen Kompatibilitätstests bestehen. Geräte ohne diese Lizenz – etwa neuere Huawei-Modelle – laufen zwar mit Android-Technik, haben aber keinen Play Store.
Android steckt nicht nur in Smartphones und Tablets. Abwandlungen laufen auf Smartwatches (Wear OS), Fernsehern und Streaming-Sticks (Google TV), im Auto (Android Auto und Android Automotive) sowie in Kassensystemen, Scannern und anderen Industriegeräten.
Die Geschichte von Android
Die Firma Android Inc. wurde im Oktober 2003 in Palo Alto gegründet – von Andy Rubin, Rich Miner, Nick Sears und Chris White. Ursprünglich sollte die Software Digitalkameras steuern, schon bald konzentrierte sich das kleine Team aber auf Mobiltelefone. 2005 kaufte Google das Start-up.
- 5. November 2007: Google stellt Android gemeinsam mit der neu gegründeten Open Handset Alliance vor, einem Bündnis aus 34 Herstellern, Netzbetreibern und Chipfirmen, darunter HTC, Samsung, Motorola, Qualcomm und T-Mobile.
- Oktober 2008: Das erste Android-Smartphone kommt in den USA auf den Markt: das HTC Dream, verkauft als T-Mobile G1, mit ausziehbarer QWERTZ-Tastatur und Trackball. In Deutschland startete es im Februar 2009.
- 2010 bis 2013: Android überholt die Konkurrenz von Nokia (Symbian), BlackBerry und Microsoft und wird zum weltweit meistverkauften Smartphone-System.
- 2012: Der Android Market wird zu Google Play und verkauft neben Apps auch Filme und Bücher.
- 2016: Google bringt mit dem Pixel eigene Smartphones heraus.
- 2019: Mit Android 10 verzichtet Google auf die öffentlichen Süßspeisen-Namen wie Cupcake, KitKat oder Oreo.
Alle Versionen mit Erscheinungsdatum und Neuerungen findest du im Android-Versionen-Vergleich.
Die aktuelle Android-Version
Aktuell ist Android 17. Google hat es am 16. Juni 2026 veröffentlicht, zuerst für die Pixel-Modelle ab Pixel 6. Neu sind unter anderem schwebende App-Fenster („App Bubbles“), mit denen du eine zweite App über der ersten offen halten kannst, und eine eingebaute Funktion, um Bildschirm und Frontkamera gleichzeitig aufzunehmen.
Seit Android 16 (Juni 2025) erscheinen große Versionen im Frühsommer statt wie früher im Herbst. Dazwischen liefert Google vierteljährliche Updates mit neuen Funktionen. Andere Hersteller verteilen die neue Version erst Wochen oder Monate später, weil sie ihre eigene Oberfläche anpassen müssen.
Hersteller-Oberflächen
Fast jeder Hersteller legt eine eigene Oberfläche über Android. Das verändert Optik, Einstellungsmenüs und vorinstallierte Apps – die Apps aus dem Play Store laufen trotzdem überall.
- Google Pixel: die Referenz. Pixel bekommen neue Versionen zuerst und einige KI-Funktionen exklusiv.
- Samsung One UI: stark angepasst, mit großen Bedienelementen für die Einhandbedienung, eigenen Apps für Kalender, Galerie und Notizen sowie dem Desktop-Modus DeX.
- Xiaomi HyperOS: Nachfolger von MIUI, viele Design-Optionen und eigene System-Tools.
- OnePlus OxygenOS: flüssig, mit Gaming-Funktionen; technisch eng mit ColorOS von Oppo verwandt.
- Motorola: nah am Original-Android, ergänzt um Gesten wie „zweimal schwenken für die Kamera“.
So prüfst und aktualisierst du Android
- Version ansehen: Öffne Einstellungen > Über das Telefon > Android-Version. Dort steht auch der Stand des Sicherheitspatches.
- Vorbereiten: Verbinde dich mit einem WLAN und lade den Akku auf mindestens 50 Prozent oder hänge das Handy ans Ladegerät.
- Update suchen: Bei Pixel-Geräten gehst du auf Einstellungen > System > Softwareupdate, bei Samsung auf Einstellungen > Software-Update > Herunterladen und installieren. Andere Hersteller haben einen ähnlichen Menüpunkt unter „System“.
- Google Play-Systemupdate: Unter Einstellungen > Sicherheit und Datenschutz > System- und Updates findest du zusätzlich das Google Play-Systemupdate. Darüber aktualisiert Google einzelne Systembausteine direkt, unabhängig vom Hersteller.
- Neu starten: Nach der Installation startet das Gerät neu. Prüfe danach noch im Play Store unter Profilbild > Apps und Gerät verwalten, ob App-Updates anstehen.
Wie lange bekommt ein Android-Handy Updates?
Das hängt vom Hersteller ab. Google verspricht seit dem Pixel 8 sieben Jahre Android- und Sicherheitsupdates, Samsung ebenfalls sieben Jahre seit der Galaxy-S24-Reihe. Günstige Modelle bekamen früher oft nur zwei Jahre.
Seit dem 20. Juni 2025 gilt in der EU die Ökodesign-Verordnung für Smartphones: Neue Modelle müssen mindestens fünf Jahre lang Updates erhalten – gerechnet ab dem Tag, an dem der Hersteller das Modell nicht mehr verkauft. Außerdem müssen Ersatzteile wie Akkus und Displays sieben Jahre lang lieferbar sein.
Sicherheit auf dem Android-Handy
- Google Play Protect: prüft Apps auf Schadsoftware, auch solche außerhalb des Play Stores. Du findest es im Play Store unter Profilbild > Play Protect.
- Berechtigungen: Kamera, Mikrofon und Standort erlaubst du jeder App einzeln, auf Wunsch nur während der Nutzung oder einmalig. Nicht genutzte Apps verlieren ihre Berechtigungen automatisch.
- Diebstahlschutz: Das Handy kann sich automatisch sperren, wenn jemand es dir aus der Hand reißt und davonläuft. Mit „Mein Gerät finden“ ortest, sperrst oder löschst du es aus der Ferne.
- APK-Dateien: Apps außerhalb des Play Stores zu installieren ist erlaubt, aber riskant. Gib die Erlaubnis „Unbekannte Apps installieren“ nur einzelnen, vertrauenswürdigen Apps wie F-Droid und nimm sie danach wieder weg.
Weitere praktische Einstellungen findest du in unseren Android-Tipps und -Tricks. Wie sich Android vom Apple-System unterscheidet, liest du im Artikel zu Apple iOS.
Die Rolle des Google-Kontos
Beim Einrichten fragt Android nach einem Google-Konto. Es ist nicht Pflicht, aber ohne Konto kannst du keine Apps aus dem Play Store laden. Das Konto verbindet dein Handy mit Diensten wie Kontakte, Kalender, Google Fotos und dem Passwortmanager und speichert auf Wunsch ein Backup von Apps, Anrufliste, SMS und Einstellungen in Google Drive.
Beim Wechsel auf ein neues Android-Gerät meldest du dich einfach mit demselben Konto an und überträgst die Daten per Kabel oder WLAN vom alten Gerät. Kommst du vom iPhone, hilft die App „Android-Wechsel“ bzw. bei Samsung die App Smart Switch, Fotos, Kontakte und Chats mitzunehmen. Bei WhatsApp läuft die Übertragung über den eigenen Chat-Transfer der App.
Häufige Fragen
Ist Android kostenlos?
Für dich als Nutzer ja – Android und alle Updates sind im Kaufpreis enthalten. Hersteller zahlen für die Google-Apps in Europa je nach Vertrag Lizenzgebühren.
Welche Android-Version ist die neueste?
Android 17, erschienen am 16. Juni 2026. Auf Samsung-, Xiaomi- oder Motorola-Geräten kommt sie meist einige Monate später an.
Kann ich Android auf eine neuere Version bringen, wenn der Hersteller keine Updates mehr liefert?
Nur mit alternativen Systemen wie LineageOS. Das erfordert einen entsperrten Bootloader und löscht alle Daten; manche Banking-Apps laufen danach nicht mehr.
Was ist der Unterschied zwischen Android und Android One?
Android One war ein Google-Programm für günstige Geräte mit unverändertem Android und garantierten Updates. Es wird seit Jahren nicht mehr aktiv ausgebaut; neue Geräte erscheinen darüber kaum noch.